Kanban in a Nutshell 2/2

Hier unser zweiter Teil der Serie “Kanban in a Nutshell”. Den ersten Teil findet ihr hier:

Kanban in a Nutshell – Einführung

1.1.1       Drei Grundprinzipien und fünf Kerneigenschaften

Das Kanban-System basiert auf drei einfachen Grundprinzipien und 5 Kerneigenschaften. Außer diesen abstrakten Regeln wird nichts vorgegeben. Damit eignet sich Kanban perfekt, um sich an bestehende Prozesse anzuheften ohne dabei große Änderungen im ersten Schritt zu verlangen. Die drei Grundprinzipien sind

Beginne dort, wo du dich im Moment befindest

Es kann jederzeit begonnen werden die neue Methode zu etablieren, ohne große Konzeptions- und Strategiephasen einhalten zu müssen, da Kanban auf den bestehenden Prozess aufsetzt.

Strebe inkrementelle, evolutionäre Veränderungen an

Kanban versucht den bestehenden Prozess Stück für Stück zu verändern. Immer wieder wird eine Änderung überprüft und anschließend nachgesteuert.

Respektiere bestehende Prozesse, Rollen und Verantwortlichkeiten

Veränderungen wird meist nicht nur positiv, sondern ebenfalls mit viel Widerstand entgegen geblickt. Vor allem die individuellen Ängste jedes einzelnen Mitarbeiters stehen dabei im Vordergrund und können eine Veränderung im Keim ersticken. Dessen ist sich Kanban bewusst. Existierende Positionen, Prozesse oder Verantwortungen werden nicht direkt geändert, sondern existieren weiterhin. Gemeinsam mit dem Team wird eine nachhaltige Veränderung angestrebt und evolutionär betrieben.

 

Ergänzt werden diese Prinzipien durch folgende Kerneigenschaften:

Visualisierung des Flusses

In Kanban wird der Workflow, also die aufeinander folgenden Prozessschritte, mit der aktuellen Auslastung gut sichtbar für jeden visualisiert. Meist kommt hier ein Kanban-Board (ein Whiteboard mit entsprechender Visualisierung) zum Einsatz. Tickets, also Karteikarten die Features, Bugs, User Stories oder andere Tasks repräsentieren, wandern so von links nach rechts über das Kanban-Board bis zur Fertigstellung.

 

Begrenzung des WIP (Work in Progress)

Für jeden einzelnen Prozess-Schritt und jede Warteschlange wird der Work in Progress limitiert. Dies glättet den Fluss der Tickets, verringert die Durchlaufzeiten für die Tickets und zeigt schnell Engpässe in der Prozess-Kette auf. Wenn die Programmierung also bereits mit 3 Tickets beschäftigt ist und das Limit für den Prozessschritt bei 3 liegt darf die Entwicklung keine weiteren Tickets mehr bearbeiten.

Messen und Steuern

Um Planung und Verlässlichkeit zu steigern und Kunden sowie angrenzenden Prozessen Service Level Agreements (SLAs) anbieten zu können, werden vom Team kontinuierlich Metriken wie die Durchlaufzeit und die Größe der Warteschlangen gemessen.

Explizite Regeln

Kanban gibt keine einzelnen Regeln vor, sondern ermutigt selber einen Satz von Regeln zu finden der funktioniert. Darunter fallen Regeln für die Priorisierung der Warteschlangen, die Auswahl des nächsten Tickets usw. Lediglich vorgeben ist, dass die Regeln explizit und für alle klar sein müssen.

Modelle um Chancen für Verbesserungen zu erkennen

Modelle, die den Prozess schematisch vereinfachen, können helfen mögliche Experimente oder Verbesserungen aufzudecken. Auf diese Weise werden Theorien wie Lean Development und die Engpasstheorie mit Kanban verbunden.

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