Kanban in a Nutshell 1/2

Wie bereits für eXtreme Programming (Artikelserie) beleuchten wir andere Methoden als Scrum in kurzen Artikelserien. Heute geht es weiter mit Kanban. Wir teilen diese Serie in 2 Teile:

  • Einführung
  • Grundprinzipien und Kerneigenschaften

Einführung

Kanban kommt ursprünglich aus der Automobil-Produktion und wurde später für die Softwareentwicklung abstrahiert. Diese Methodik basiert dabei auf einigen wenigen Regeln und Prinzipien und ist sehr flexibel im Einsatz. Grundsätzlich verspricht Kanban schnellere Durchlaufzeiten für Tasks und durch eine effiziente Visualisierung Engpässe sichtbar zu machen.

Das Wort „Kanban“ kommt aus dem japanischen und bedeutet ursprünglich „Signalkarte“. Zuerst eingesetzt wurde es im Toyota-Produktionssystem mit dem Ziel, Lagerbestände zu reduzieren und eine gleichmäßige Lastverteilung und einen Fluß in der Fertigung zu erreichen. In Bezug auf die Softwareentwicklung werden nicht die einzelnen Techniken im Detail von der Automobil-Fertigung auf IT-Systeme übertragen, jedoch durchaus die zugrunde liegenden Prinzipien. Diese Grundsätze stammen aus diversen Methoden und Wissensgebieten wie der Lean Production oder der Engpasstheorie.

In Agenturen gibt es grundsätzlich zwei Arten von Projekten; Neue Projekte, die eine Initial-Entwicklung mit sich bringen und Pflege-Projekte, bei denen über einen längeren Zeitraum immer mal wieder Anpassungen vorgenommen werden und kleinere Support-Aufgabe anfallen.

Während Kanban sich als universelles System versteht und das prinzipiell auch ist, eignet es sich in meinen Augen am besten für interne oder langfristige Pflege-Projekte.

Kanban und Scrum

Beide Methoden bzw. Modelle haben einige Gemeinsamkeiten. So gehören beiden zu den schlanken oder agilen Methoden, basieren auf einem Pull-System und begrenzen (entweder explizit oder durch die festen Sprint-Backlogs) den Work in Progress. Beide Methoden fördern die Selbstorganisation des Teams, setzen auf Transparenz im Prozess und Retrospektiven für einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Genaugenommen kann Scrum sogar als Interpretation eines Kanban-Systems verstanden werden. Viele Regeln die Scrum vorschreibt, wie das iterative Vorgehen, sind durchaus mit Kanban vereinbar und stellen lediglich eine individuell aufgestellte Regel dar.

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