Geeignete Punktsequenz für Schätzen in abstrakten Größen

Bei der Zuordnung von [glossary id=’1585′ slug=’story-points’ /] ist es hilfreich, eine fest definierte Punktesequenz, also eine Menge von vorgegebenen Schätzwerten, zur Hilfe zu nehmen. Diese Punktesequenz sollte den Umstand berücksichtigen, dass Anforderungen mit zunehmender Größe nur noch sehr ungenau geschätzt werden können. Während man durchaus zwischen einer Anforderungen mit einem Story Point und einer mit zwei Story Points differenzieren kann (immerhin liegt hier ein Unterschied von 100% vor) würde eine Schätzung von 65 Punkten nur minimal von einer Schätzung von 66 Punkten abweichen. Eine Differenzierung in dieser Größenordnung würde lediglich Genauigkeit suggerieren.

In der Praxis wird dazu eine Punktesequenz basierend auf der Fibonacci-Reihenfolge benutzt. Diese Sequenz ist exponentiell ansteigend und wird so genau wie die Anforderungen mit zunehmender Größe ungenauer. Die Schätzwerte sind 1, 2, 3, 5, 8, 13, 20, 40, 100.

Während die Werte 1 bis 13 noch recht genaue Aussagen über die Größe einer Anforderung zulassen, beschreiben die Werte 20 bis 100 eher Epics oder Themen.

Die einzelnen Schätzwerte sind dabei sinnbildlich als Gefäße zu betrachten. Das kleinste Gefäß, was lediglich Anforderungen mit einem Story Point enthält; das nächste Gefäß ist etwas größer und kann Anforderungen mit 2 Story Points beinhalten usw. Dies hilft der schnellen Einsortierung. Wichtig ist dabei das Verständnis im Umgang mit Zwischengrößen. Schätze ich einen Eintrag des Backlogs auf doppelt so groß wie einen anderen mit 2 Story Points, so käme ich rechnerisch auf 4 Story Points. Dafür ist aber kein Gefäß vorgesehen. Daher stecken wir die Anforderung in das Gefäß für 5 Story Points und geben ihr diesen Schätzwert. Auf diese Weise wird die steigende Ungenauigkeit bei Schätzungen abgefangen.

Dabei sollte der Inhalt des Gefäßes eher als Sand und weniger als Flüssigkeit verstanden werden. Füllen wir 14 Liter Wasser in einer Gefäß, das 13 Liter Platz bietet wird der Inhalt nicht ganz hinein passen. 14 Liter Sand würden aber eventuell passen, da sich der überschüssige Sand noch etwas türmen kann bevor er herunterfällt. Damit soll verdeutlicht werden, dass ein gesundes Augenmaß wichtig ist und diese Gefäße vor allem der möglichst schnellen Einschätzung von Anforderungen dienen. Es spielt für den Projektverlauf und die Planung keine Rolle, ob eine Anforderung mit 14 oder mit 13 Story Points bewertet wurde.

Die Benutzung einer solchen Punktesequenz erspart viel Diskussion und bildet die Realität sehr gut und auf einfache Weise ab ohne die Genauigkeit zu verfälschen.

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