webcon: 3 Fragen an… Daniel Thulfaut

Auch ich wurde interviewt um den Teilnehmer der webcon bereits im Vorfeld etwas Einblick in die Themen zu geben:

In weniger als zehn Wochen startet die webcon2012. Höchste Zeit, euch alle Referenten und ihre Vortragsthemen persönlich vorzustellen. Wir beginnen heute mit Daniel Thulfaut. Er ist Projektmanager bei i22 in Bonn und wird bei der webcon über Agiles Projektmanagement für Webprojekte referieren.

 

Warum ist es deiner Meinung nach wichtig, Projekte in der Webentwicklung flexibel zu planen?
Multimedia-Projekte, gerade im Agentur-Umfeld, unterliegen ganz anderen Gesetzen und Gegebenheiten als klassische Software-Projekte. Die Ziele sind wesentlich schwammiger vom Kunden formuliert und auch verstanden und ändern sich darüber hinaus sehr schnell. Der Kunde ist in den meisten Fällen wenig Technik- und Internet-affin und muss besonders stark geführt werden. Dazu kommen technologische Entwicklungen, Trends und eine mittlerweile sehr verwöhnte und anspruchsvolle Zielgruppe.  Wir sprechen hier selten von Projekten mit Laufzeiten über 3 Monaten. Hinzu kommt in den Agenturen ein extremer Anspruch an Multiprojektmanagement und eine sehr flexible und oft nur temporär gültige Ressourcen-Planung. Dies spricht alles für den Einsatz agiler Methoden beziehungsweise einer Unternehmens-Entwicklung hin zu einem agilen Mindset. Deswegen ist eine flexible Planung, gepaart mit der flexiblen und pragmatischen Reaktion auf Änderungen und einem Fokus auf den reellen Produktnutzen, so essenziell für diese Projekte.

Inwiefern traf das auch auf deine letzte Stelle im Bereich Signage zu?
Webprojekte wurde als Synonym für Multimedia-Projekte gewählt. Hier wird am deutlichsten wo die Herausforderungen liegen. Zum einen durch das Zusammenspiel sehr unterschiedlicher Disziplinen (Konzept, Grafik, Programmierung, Systemadministration, Strategie) als auch durch die Vielfalt der Projekte (vom Pitch bis zum Transfer eines Fernsehsenders in die digitale Medienwelt). Die gleichen Strategien lassen sich aber auf andere Multimedia-Projekte übertragen, die in ähnlichen Kontexten ablaufen. Digital Signage beispielsweise gehört zur gleichen Kategorie. Besonders spannend hier ist die Verschmelzung von Hardware und Systemsoftware mit Überlegungen aus der Kommunikationsstrategie und einer räumlichen User Journey. Die Distribution einer generischen Lösung auf eine Vielzahl von Systemen in verschiedene Länder stellt dabei oft eine besondere Herausforderung dar.

Wie sind deine Erfahrungen im Einsatz agiler Methoden in Zusammenarbeit mit schwerfälligen Konzernen?

Flexibel zu planen und zu handeln bedeutet vor allem auch, sich flexibel auf den Kunden und seine Strukturen einzustellen. Es ist sehr schwer, einen Kunden und ein Projekt zu finden, das ideal auf den typischen SCRUM-Prozess bespielsweise passt. Dennoch lassen sich Elemente und vor allem die Werte und Grundeigenschaften der agilen Denkweise nutzen, um auch mit schwerfälligen Kunden zu interagieren. Kanban zum Beispiel basiert darauf, bestehende Prozesse nach und nach zu optimieren und sich an Gegebenheiten anzupassen. Dennoch stellen diese Projekte sicher eine ganz besondere Herausforderung dar, die viel Erfahrung benötigen, um zum einen die richtigen Instrumente zu verbinden und zum anderen behutsam mit Widerständen und blockierenden Prozessen umzugehen.

Noch eine Bonus-Frage: Auf welche Website möchtest du heute nicht mehr verzichten und warum?
Da ich persönlich eher aus dem technischen Bereich komme, jedoch immer stärker in die Konzeption und Strategiefindung cross-digitaler Projekte eingebunden bin, geben mir www.smashingmagazine.com undwww.horizont.net täglich die nötige Wissens-Infusion, um am Ball zu bleiben. Privat möchte ich allerdings die Familien-interne Seite rund um das Weihnachts-Wichteln nicht mehr missen. Sonst stünde ich jedes Jahr am 20. Dezember ohne jegliche Vorstellung da, wer mein Wichtel sein könnte…

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